(28.11.2011/AK) Er ist der letzte Papst, bevor uns die Majas im Labyrinth eines Kalendariums verzaubern. Daher ist es jetzt ganz wichtig, dass der Papst in seinem Papamobil auch angeschnallt ist. Ein Dortmunder Bürger stellte beim Besuch von Benedikt dem Sechszehnten in Freiburg fest, dass sich der himmlische Sendbote partout nicht anschnallt. 

Daraufhin hat ihn der Bürger bei der Stadt Freiburg angezeigt. Eine Kanzlei aus dem westfälischen Unna bestätigt den Bericht der Westfälischen Rundschau. Scheinbar, so die Kanzlei, habe der Bürger in seinem eigenen Umfeld eine Unfalltragödie erlitten, bei der eine Gurtnutzung versäumt wurde. Obwohl er kein Mitglied der Kirche sei, habe er auf diese Gefahr für den Papst hinweisen wollen. Selbst bei Schrittgeschwindigkeit könne man sich bei einem Aufprall schwer verletzten. Das Papamobil verfügt laut Zeitungsmeldung über eine Anschnallvorrichtung; was näher betrachtet verwundert.

Nun beginnen die juristischen Lustigkeiten mit der Frage: war er mit seinem weißen, schnittlosen Glasflitzer auf deutschen Straßen als Herr Ratzinger unterwegs, oder als Staatsoberhaupt. Weil, ein Staatsoberhaupt ist so ultimativ wichtig, dass es sich in einem Auto nicht anschnallen braucht. Für solche administrativen Dinge hat ein Staatsoberhaupt schlichtweg keine Zeit, daher kümmert sich, und das speziell beim Pabst, eine Armada Alpenengel um seine Sicherheit. Staatsoberhäupter außerhalb des Vatikans haben dafür ihre Polizei oder je nach demokratischer Lupenreinheit das Militär.

Der aufmerksame Bürger aus Dortmund hat in seiner Anzeige auch Zeugen für den päpstlichen Verkehrsverstoß benannt. Den Erzbischof von Freiburg, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch (Anm. Red.: bekannt aus den Missbrauchs-Pressekonferenzen) und den Ministerpräsidenten von Baden- Württemberg. Sie könnten die Ordnungswidrigkeit sicher ebenfalls bezeugen, so die Kanzlei des Bürgers.

Nicht-Staatsoberhäupter sind für Ihre eigene Sicherheit im Auto verantwortlich und da Staatsoberhäupter aufgrund systemrelevanter Erwägungen nicht anerkennen, dass auch Eigenverantwortung ein Menschenrecht ist, gibt es hinter dem Tacho die Pipton-Maschine. Und wer sich dennoch beim Fahren im Auto nicht anschnallt, weil er dieses kleine nervige Elektroteil von der Werkstatt seines Vertrauens hat chirurgisch entfernen lassen, der zahlt dann Strafe für die Nichtbeachtung seiner Eigenverantwortung.